1996 & 1997
 
 
 
Die Saison 1996 begann bereits im Februar mit einem World Cup Race auf der "Isla de Margarita" (Venezuela). Leider waren nicht viele Mädels da, so dass Junior- und Elite-Women zusammen gelegt wurden. Obwohl ich noch nicht meine Saison-Form erreicht hatte, ging der Sieg an mich in diesem schönen Rennen, bei dem sich der Zeitplan nach dem Fernsehen bzw. dessen Werbepausen richtete ! Zurück zu Hause wurde schon die nächste Reise geplant, denn Runde 2 fand in Orlando/ Florida statt.
 
Doch davor ging es noch nach Tours/ F zu dem legendären Hallenrennen. Nach einer Mini-Op an der Zahnwurzel nahm ich mir nicht viel vor, kam aber problemlos ins Finale. Hier fuhr ich sehr gut aus dem Gate und konnte mich wider Erwarten knapp an die Spitze des Feldes setzen und gab sie nicht mehr her. Dieser Sieg brachte mir großen Respekt, denn Tours hatte einen großen Namen
Wolfgang brachte mich dann vom Bundesliga-Auftakt in Kolbermoor auf dem Heimweg zum Frankfurter Flughafen, wo ich mich Gerrit Does und seiner Gruppe für den Trip in den Sonnenstaat anschloß. Mit Sturz gleich am ersten Hindernis blieb mir im World-Cup Finale leider nur Platz 7. Doch da waren noch die Easter-Classics, und am ersten Tag ging ich sogar in Führung, welche mir in der 3. Kurve geschickt genommen wurde. Am Rand der Strecke verhaspelte ich mich auf den folgenden Hindernissen gründlich und belegte Platz 8. Am 2. Tag war das Heimweh stärker als die Motivation, daher fuhr ich nur noch im Halbfinale mit.
 
Zurück in Europa ging es non-Stop weiter. Während ich bei EM-Rennen auch mal  Finalstürze in Kauf nehmen musste, klappte es im World Cup super. Mit guten Starts konnte ich überzeugen und auch die Runden in Peterborough und Valkenswaard gewinnen. Wobei ich in England in das zweiflhafte Vergnügen meiner ersten Anti-Doping-Kontrolle kam. Sowohl diese wie auch die folgenden 7 Proben waren negativ. Dieser Gesamtsieg im World Cup brachte u.a. einen Freiflug (und auch zurück) zum ersten World Cup 2007 - nach Australien !
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Voller Euphorie über diese Errungenschaft ging es vom W.C.-Finale von Valkenswaard zur EM nach Genf. Wieder einmal auf Platz 4 in der Zwischenwertung hegte ich nur einen Wunsch: einmal im Leben unter die ersten 3 kommen. Ich fühlte mich super, die Bahn lag mir auch sehr gut und Frank Brix half noch ein bisschen zum richtigen Start-Timing, so dass ich die Samstags-Runde gewinnen konnte. Am Sonntag lag ich auch in Führung, doch ein kleiner Fehler machte mich nervös, so dass ich etwas Gas raus nahm – hauptsache heile ins Ziel kommen, denn auch dieser 2. Platz langte zum Europameister-Titel der Elite-Ladies !
Nach einem Zwischenstop zur Bundesliga in Hatten ging es nach England. Zur WM in Brighton reiste ich mit dem Gedanken "Dritte wäre cool". Gesagt – getan. Alle Runden gegen die Konkurrenz des über 40 Fahrerinnen starken Feldes der Elite-Ladies liefen recht gut, und im Finale konnte ich mich dann auf der 2. Geraden auf dem ersehnten Platz behaupten und holte mir zum 3. Mal die UCI-Bronzemedaille bei einer WM ! Durch diese vielen guten Ergebnisse landete ich schließlich auf Platz 1 in der Weltrangliste, den ich satte 13 Monate lang besetzte !
Was für ein Sommer !
So wurde die Sammlung größer
 
Die DM in Esselbach im September war leider sehr verregnet, und es war ein Kampf, sich bei dem Mistwetter zu motivieren. Doch ich schaffte es, mir den Titel auch in Deutschland zu sichern, auch wenn es höchste Zeit für eine Pause war.
 
Und die rennfreie Zeit hielt zumindest bis ins nächste Jahr (1997) an, und langweilig wurde es auch nicht, da die Ausbildung zum B-Trainer wieder ein paar Fahrten erforderte.
Bald darauf ging es dann auch schon per Freiflug nach Down-Under. Der Track in Geelong machte Spaß, doch der Wind war tückisch so dass ich auch mal den Boden küssen musste. Die Rennen waren heiß umkämpft, am Ende belegte ich Platz 4. Die "Aussies" gaben sich riesige Mühe und gestalteten uns wenigen Europäern den Aufenthalt echt sehr angenehm !

Die Bahn zu Hause war im Umbau, was das Training erschwerte, doch in der
EM-Serie war ich trotzdem wieder auf Podiumskurs. Am Ende der Serie, deren Endläufe in Doetinchem/ NL ausgetragen wurden,  war ich punktgleich mit der Zweiten und sicherte mir die Bronze-Medaille, da ich die "schlechteren" Finalplatzierungen hatte.
 
Zuvor konnte ich mir den Titel bei der DM in Weiterstadt sichern, die Bahn lag mir schon damals sehr und machte immer echt Spaß.

 
In Kanada stand die WM an, doch vorher sollte noch die letzte Runde des World Cup im 600km entfernten Airdrie ausgetragen werden. Nach dem Sturz beim ersten Wertungs-Lauf in Valkenswaard ging es auch diesmal nicht ohne, da ich an einer direkt vor mir fliegenden Fahrerin hängen blieb. Doch die Punkte langten, nicht zuletzt auch dank guter Vorläufe, zu dem 3. Platz in der Gesamtwertung. Die Preise hierfür wurden in Saskatoon bei der WM verliehen.
Hier lief es nicht so gut, um einen Punkt verpasste ich den Einzug in die nächste Runde. Doch die beste Motivation ist ja bekanntlich ein Misserfolg, und so ging es ins verschärfte Wintertraining, das Wissen dafür hatte ich ja inzwischen.

 

 
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© Kerstin Meyer (ehem. Fritscher) 2009-2017