2006 & 2007
 
 
 
Neues Jahr - neues Glück !
Auch die Saison 2006 fing mit 2 EM-Runden in Südfrankreich an, und mit Halbfinalteilnahmen bei strahlendem Sonnenschein an beiden Tagen gelang mir der Start besser als noch 12 Monate zuvor.
Die nächsten Runden sollten dann mit kleinem Heimvorteil in Betzingen starten, leider brachte hier der kurze aber heftige Regenschauer Unruhe in so manchen Ablauf. Mir gelang es zumindest am Sonntag, bis ins Finale vorzustoßen, da ich meine Starts optimieren konnte. Nach Sturz in der ersten Kurve, weil es einfach zu eng war und der Platz ausging, blieb nur der 8. Platz über.
In Haaksbergen mit den gepflasterten Kurven schockte ich am Samstag alle mit einem Raketenstart im Halbfinale, wodurch ich auch hier im Endlauf am Gate stand. Platz 6 war durchaus respektabel.
Im fernen ungarischen Sopron war es schwierig, und am Samstag langte es mit Platz 5 im Halbfinale knapp nicht. Doch am Sonntag war schließlich auch mir einmal das Glück hold, und ich durfte im Finale mitfahren, das ich als 5. sehr zufrieden beendete.
Guter Dinge konnte die Reise nach Cheddar losgehen, und auch hier gab es Niederschläge vom Feinsten, die eine Verschiebung aller Trainingszeiten mit sich brachten. Doch die Hanglage der Strecke war vorteilhaft, und mit jeder Trainingsrunde wurde sie wieder schneller - und wirklich lahm oder schlecht war die Bahn zu keinem Zeitpunkt.
Am Freitag ging es in die Cruiserrennen, und nach hartem Crash in der ersten Kurve war der Ellenbogen richtig offen. Doc Rainer M.'s Bemerkung auf seinen ersten Blick, die da "Schei..." hieß, war auch nicht wirklich motivierend, doch ich brachte den letzten Lauf über die Bühne und stand nach einer schönen Erholungspause im Halbfinale. Am Gate die Schnellste fuhr ich knapp als 2. in die erste Kurve, und der Gedanke "schei... jetzt knallt's" war der letzte Gedanke, an den ich mich erinnern konnte. Letztlich habe ich ungewollt noch ein paar Leute mit abgeräumt und so der Schweizerin Lucia die Finalteilnahme ermöglicht.


Leider war ich nach diesem Crash nicht mehr in der Lage, an den folgenden Tagen an den 20-Zoll Rennen teilzunehmen, denn dafür wäre es ratsam gewesen, den Lenker fest halten zu können, was mir aber nicht gelang. Und mit der dicken Gehirnerschütterung bekam ich  ohne Schmerzen auch keinen Helm auf den Kopf.
Die Hoffnung auf 2 weitere Finalteilnahmen musste ich somit aufgeben, doch die zuvor gesammelten Serienpunkte langten, um erneut Platz 10 der EM-Serie zu erreichen.
Und:
Andy Endlein holte hier 10 Jahre nach seinem ersten Erfolg zum 2. Mal den Europameistertitel !

Zu Hause meinte die Ärztin dann, dass mein Arm nur unter einer Gipsschiene zusammen heilen könnte, und schon war ich in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt - und das 2 Tage vor dem Abflug zur WM nach Brasilien

Dort angekommen war man an der Bahn noch (wieder) schwer am Arbeiten, denn der Asphalt hatte sich nach bzw. bei dem Pre-Race schon aus den Kurven verabschiedet und musste erneuert werden, was wiederholt sehr unprofessionell geschah. Dadurch wurde das Training verschoben, doch letztlich bekamen alle die Gelegenheit, sich eingehend mit der Bahn auseinander zu setzen, die von der Konstruktion als solches ansprechend war.

Doch am besten waren die Security-Jungs, die mit 1-2 Anstecknadeln als Geschenk an sie sehr zuvorkommend und freundlich waren.
Von dem Trainingssturz auf meine ohnehin schon lädierte Hand war ich nicht begeistert, aber mit etwas Kühlung ging es. Wegen der Wettervorhersage wurden die Championship-Klassen auf den Freitag vorverlegt, damit die Bedingungen optimal waren. In den Vorläufen konnte ich mich mit teils guten Starts gut behaupten und zog sicher ins Halbfinale ein. Hier war es um einiges enger, und nach hartem Kampf schied ich als 7. aus.
Doch - zu diesem Zeitpunkt hätte es mir punkte- und platzierungsmäßig für eine Olympia-Qualifikation gelangt !

Zurück in Deutschland fanden die Endläufe zur Bundesliga in Plessa statt, und mit komfortablem Vorsprung sicherte ich mir diesen Gesamtsieg mit zwei 1. Plätzen vor Ort.


Letztes Race und Saisonhöhepunkt für die meisten war dann die DM in Weilheim, das Gelände war sehr gut hergerichtet und schließlich wurde die Veranstaltung ein super organisiertes Ereignis. Auch hier gab es - zum letzten Mal - 2 Wertungsläufe für alle Klassen und ich konnte an beiden Tagen je 2 Siege mein Eigen nennen.
Im Cruiser holte ich erneut den Titel und auch in der weibl. Elite sprang ich mich erneut ganz nach vorn.

Dies bedeutete auf dem 20-Zoll Bike Titel Nr. 13 und den 8. in Folge !

 
 
Nach langer Bedenkzeit über die Wintermonate entschloss ich mich im Frühjahr 2007, den Trainerposten beim BDR niederzulegen, da ich keine positiven Entwicklungsmöglichkeiten mehr sah, und die Reaktionen darauf (die kamen oder auch nicht) bestätigten schließlich meine Entscheidung.
Nach langer Krankheit in der unmittelbaren Vorbereitung vor den ersten Rennen ging ich mit halber Kraft in die neue Saison. Die Ergebnisse mit 2. Plätzen bei den ersten Bundesliga-Runden in Erlangen waren noch erstaunlich gut (wenn man bedenkt, dass ich hier schon auf der Startgeraden einen Ellenbogen von innen kassiert habe, den zwar kein Streckenposten, aber ein Vater einer dritten Konkurrentin durchaus bemerkt hatte), und es folgten auch ein paar Siege: einer in Betzingen (siehe Bild rechts), 2 in Bispingen, noch einer in Plessa am Samstag. Nach dem 2. Platz am Sonntag wurde ich auf Platz 8 zurückgesetzt, und bei der Siegerehrung holten mich dann die 6 Mädels, die hinter mir ins Ziel gekommen waren, kurzerhand nach vorn auf Platz 2 und zeigten auf, dass auch sie nicht verstanden hatten, was da entschieden wurde.
Später wurde mir von hoher Stelle sogar schriftlich mitgeteilt, dass ich im Recht sei - geändert wurde aber trotzdem nichts.

Eine Woche später stand schon die EM in Romans/ F an, ich ging nur mit dem Cruiser bei den Elite-Women an den Start, die EM-Serie auf dem 20" Bike ließ ich sausen, denn ich hatte in all den Jahren schon mehr als genug Weltranglistenpunkte gesammelt und wollte mich nicht wieder diesem Streß aussetzen. In den Vorläufen ging es schon recht eng her, doch ich kam ins Halbfinale, das Ziel war erreicht. Der Start im Semi war super und ließ hoffen, doch da ich recht weit außen stand, kam ich nicht weit genug rein. Und auf dieser Bahn - es war in ausnahmslos jeder Runde zu beobachten - konnte man von aussen nur was machen, wenn es innen Stürze gab. Einen Sturz gab es später, und ich konnte nur schwer ausweichen und kam halb von der Piste ab, so dass ich als 7. ausschied.
Zurück in Deutschland stand nun der Umzug nach Heilbronn auf dem Plan, und im Ländle fuhr ich dann u.a. bergauf und -ab, um meine Kondi aufzufrischen.

In die letzten beiden Bundesliga-Runden
ging es dann nach Herzogenaurach mit einem  Rückstand anstelle der eigentlich heraus gefahrenen kleinen Führung. Mir lag die Bahn wie eigentlich in all den Jahren zuvor, obwohl es sehr viel Gemecker gab. Doch ich fühlte mich dank der vielen Trainings-Kilometer gut und fit.
Ich konnte mit dem auf mir lastenden Druck recht gut umgehen, es war ja nicht das erste Mal in meiner Laufbahn, dass es eng zuging. Mit guten Starts konnte ich mich immer vorn mit platzieren, nur die einzige Gastfahrerin - die mehrfache Welt- und Europameisterin Joyce Seesing/ NL - war vor mir, und das auch nur am Samstag vom Start weg. Am Sonntag war ich besser raus und ging in Führung, sie fuhr dann in der vorletzten Kurve vorbei, so dass ich mit den beiden 2. Plätzen beste Deutsche war und zum 13. Mal die Bundesliga-Gesamtwertung für mich entscheiden konnte. 
 
Schon 2 Wochen später ging es zur DM nach Weiterstadt auf die neue Strecke, auf der 1 Woche zuvor ein Training stattfand, weil das eigentlich notwendige Probe-Race nicht stattfinden konnte. Die Piste war trotz des Regens in den Tagen zuvor fest und rollte gut. In der Cruiserklasse ging es wieder über 4 Vorläufe, die ich
allesamt für mich entscheiden konnte, was den DM-Titel auch in diesem Jahr bedeutete. Sonntag mit dem 20er hatten wir ein Finale, und nach gutem Start konnte ich in Führung gehen - bis ca. 5m vor der Ziellinie. Dann lag ich - wegen eines Zusammenpralls mit einer Geistesgestörten, die mit der Brechstange durch eine viel zu kleine Lücke wollte, was natürlich nicht klappte - auf dem Boden und wurde "dank" ein paar weiterer Stürze noch 5., da ich mich schnellstmöglich wieder aufgerappelt hatte - und der Protest gegen mich zu Recht abgewiesen wurde. Obwohl ich bewiesenermaßen nicht der Auslöser des Crashes war, hielt man es "natürlich" nicht für nötig in die andere Richtung zu ermitteln. Denn das Ziel, dass ich den Titel nicht hole, war ja erreicht. (...) Anna Mayer war die lachende Dritte, die dadurch den Titel holte. Am nächsten Tag beim Aufwachen kam mir in den Sinn "das war die DM, das war es - toll". Fazit: die Saison endete so, wie sie begonnen hatte.

Doch da es noch einen BW-Cup in Ingersheim gab, konnte ich zu guter letzt einen wunderbaren, sturzfreien Sonnen-Renntag absolvieren und so schließlich mit gutem BMX-Feeling in die rennfreie Zeit gehen.

 

 
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© Kerstin Meyer (ehem. Fritscher) 2009-2017