2010
 


Nach diesem so unvergesslichen Sommer in Dänemark und Australien genoß ich die Winterpause noch mehr als in den Jahren zuvor, bevor ich wieder mit Training nach Plan loslegte. Leider schlich sich bei dem Willen, meiner Schulter etwas Gutes zu tun, eine Schleimbeutelentzündung ein. Diese war nach wenigen Wochen wieder verschwunden, doch das Impingement blieb, so dass ich in meinen Vorbereitungen leider etwas eingeschränkt war. 

Die erste Aktion war der Ball des Sports in Bremen. Hier war bei der undurchsichtigen Wahl schnell klar, dass die Sportler/innen der größten Vereine - bzw. die, die es sollten - gewinnen würden. Außenseiter hatten selbst mit Top-Ergebnissen keine Chance gegen die Politik. Dennoch war es ein unterhaltsamer und auch sehr lustiger Abend, der mit Gerhard's Antrag auf wunderschöne Weise endete, was durch nichts zu toppen gewesen wäre.

Es gab ja ein paar Leute, die heulten, wie wenig sie doch trainieren konnten. Aber bei diesem strengen Winter war das BMX-Fahren für die meisten eine fremde Sportart und  "kein BMX-Training" somit absolut nichts außergewöhnliches in diesem Frühjahr. So kam es auch, dass ich vor dem ersten Renneinsatz nur ein Mal die Gelegenheit hatte, mich mit dem 2010er Redline Flight Bike auf der Strecke vertraut zu machen, bevor es zum Rennen nach Frankreich ging. Bei nassen Bedingungen konnte ich mit noch ausbaufähigen Starts mit meiner Form sehr zufrieden sein, denn ich fuhr hier eines meiner besten Rennen.

Weiter ging es auf deutschem Boden mit den Bundesliga-Wochenenden in Bremen und Ingersheim, sowie einigen Local-Races. Auf nationaler Ebene fuhr ich ab und zu bei den Männern ab 30 Jahren mit, und dies war eine gute Herausforderung. Besonders schön ist hierbei, dass es im Vorstart bei den meisten Kerlen (Ausnahmen gibt es natürlich immer) recht ehrlich zugeht. In einigen heiß umkämpften Rennen erreichte ich dann auch Finalplatzierungen, mit denen ich mehr als nur zufrieden war, zumal ich später in Weilheim an beiden Tagen, Sonntags nach heftigen Regenfällen, im Finale stand und mit einem 4. Platz nur knapp am Treppchen vorbei gelandet war.

Bei den internationalen Rennen in Weiterstadt und Valkenswaard spürte ich dann die Nachteile der Nr. 1 auf meinem Plate. Kaum dass das Gate unten war, wurde ich immer gleich geblockt, das Fahren in all meinen Fähigkeiten war nur schwer möglich. Doch zumindest Sonntags in Weiterstadt klappte alles vorzüglich, so dass ich hier  nach Platz 5 doch noch einen Sieg einfahren konnte, auf den ich sehr stolz bin. In Valkenswaard indes war ich mal wieder mit ein paar Geistesgestörten unterwegs, so dass dieses Wochenende mit nem 6. Platz und letztlich einem Sturz endete, da mir eine Konkurrentin auf dem Hindernis vor die Karre gefahren war.

Ich bzw. mein Körper sehnte sich nach einer Rennpause, doch eine Woche später stand schon die DM auf dem Programm. Im Cruiser konnte ich meinen 10. Titel einsacken, im 20er lief es gegen die Kerle nicht so gut. Gegen 6 Männer hatte ich im Vorlauf ein schweres Los, und so war nach den Vorläufen Zugucken angesagt - oder besser: Favoriten anfeuern !

Eine Woche drauf freute ich mich nach dem  gut gelaufenen Freitagstraining auf die anstehenden Rennen in Klatovy, doch - mein Körper holte sich nun die überfällige Pause, da ich mit Lagerungsschwindel nicht an den Start gehen konnte.

Nach langen Überlegungen, ob ich das 20er zur WM mitnehme oder nicht, entschied ich mich letztlich kurz vor Meldeschluß doch noch dafür. Denn, immerhin bekam ich das schicke Gefährt von gOrk (Redline Headquarter) gesponsort und fühlte mich hier dann doch etwas verpflichtet, auch damit an den Start zu gehen. 
Die Krankengymnastik im Frühjahr tat gut, verlor dann aber in der Sommerhitze mit den vielen Trainingseinheiten ihre Wirkung, so dass der Kampf mit dem Impingement erneut begann. So auch bei den "winterlichen" Afrikanischen Temperaturen. Die Trainingseinheiten zu Wochenbeginn liefen super, ich fühlte mich in GibaGorge sehr wohl und auch am folgenden Dienstag im Nationentraining. Am Mittwoch wurde es nach kränklicher Nacht etwas unrund, wobei ich dennoch technisch verbessern konnte. Doch der Abend gehörte mit der angekündigten Champions-Vorstellung der Vorjahres mir, auch wenn mir dies nur widerwillig mitgeteilt wurde. Ist halt nur immer doof, wenn ich die Infos schon 2 Tage vorher aus anderer Quelle erfahren habe .
Der Freitag stand wieder unter dem Zeichen "geblockt werden". Vom ersten Hindernis an wurde ich im Finale, welches ich sehr gut erreicht hatte, auf der power-orientierten Startgeraden geblockt, so dass ich zurück stecken musste. Platz 2 war dennoch ein sehr achtbares Ergebnis im Kreise der 17- ca. 25-Jährigen Mädels/ Frauen. Dieses ständig geblockt zu werden ist schon nervig, doch eigentlich ein Kompliment, denn wie viel Respekt oder gar Angst muss die Konkurrenz vor ner 40-Jährigen haben, wenn man gleich nach dem ersten Hindernis nur noch auf diesem Kurs unterwegs ist !?
Am Samstag früh spürte ich dann beim Frühstück wieder Energie in meinen Körper fließen und freute mich auf die 2 letzten WM-Tage: Championship diesmal komplett zugucken und natürlich mein Cruiser-Race. Am sonnigen Sonntag rundete ich ein weiteres super WM-Ergebnis mit dem erneuten  Titel in der Cruiserklasse ab, und dies obwohl bei uns noch die jüngere Klasse mitgefahren ist. Und nach einem schönen Aufenthalt incl. Safari ging es bald darauf wieder nach Hause.

Mit den Bundesliga-Runden in Kolbermoor ging es weiter, und hier durfte ich dann gegen die Männer fahren. Platz 2 bei den Cruisern war ein gutes Ergebnis, und am Sonntag gelang mir dies auch in der 30+ auf dem 20er - mein erster Pokal in dieser Klasse !
In Cottbus war die Beteiligung mindestens genau so schlecht, so dass ich abermals bei den Sen. 3 mit an den Start gehen musste und wieder an beiden Tagen als Zweite auf dem Podest stand. In der Cruiser-Rangliste konnte mir die Führung schon vor dem WE nicht mehr genommen werden, aber ich wollte trotzdem sehen, was 2011 für die DM auf mich zukommen würde. Interessant ist glaub ich ein treffendes Wort.

Zum Saisonabschluß gab es neben dem Open-Race in Weiterstadt auch noch ein paar Rennen zum Württemberg-Cup, die ich zum großen Teil auch bei den Männern absolvieren musste. In Ingersheim war es mit Nudeln im Bauch zu Beginn etwas beschwerlich, aber dennoch langte es wie in Kornwestheim in der Woche zuvor zu einem Sieg.

Danach kam dann aber erstmal der 14.10. - Gerhard und ich hatten einen Termin beim Standesamt und heirateten. Es war ein sonniger Tag, gefühlt der letzte sonnige Tag des Jahres (zumindest in Deutschland) - unsere Termin-Wahl war äußerst gut ausgefallen und der Tag  von früh bis spät nahezu perfekt und wunderschön.

Zum Saisonabschluß ging es noch nach Nussdorf, und der Regen und kalte Wind auf dem Hügel waren alles andere als motivierend. Fast zähneklappernd ging es für die meisten in die Rennen, und nach ein paar Fights errang ich - nun als Frau Meyer - auch hier den Sieg. Am Sonntag dann entschied ich mich beim Aussteigen aus dem Auto entgegen meines Vorhabens gegen das Rennen, der Wind war noch kälter geworden ! Dennoch wurde mir in der Endabrechnung der Pokal für den Seriengewinn überreicht.

Mit der Vorfreude auf eine schöne Urlaubsreise ging es in die Winterpause, und mit Erholung unter der Sonne Kaliforniens war die Motivation für planmäßiges Trainig auch wieder aufgetaucht.



 
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© Kerstin Meyer (ehem. Fritscher) 2009-2017