2004 & 2005
 
 
 
Die EM-Serie 2004 war wieder einmal über weite Teile Europa's verstreut, und bei den Runden in Lempdes/ F langte es vorerst zu Halbfinalteilnahmen. In Esselbach gab es Anfang Mai sehr winterliche Temperaturen und leichten stetigen Nieselregen (was für eine Neuigkeit...), der sogar die Knochen aufzuweichen schien. Hier langte es zu 2 Finalteilnahmen, was mich in der Serie etwas weiter nach vorn brachte.
Das beste Resultat erzielte ich in Kampen, als ich Samstags aus der ersten Kurve raus an Willy Kanis (mehrfache Weltmeisterin) von Platz 3 auf den 2. vorbeispringen konnte. Sie schaffte es nicht, mich vor dem Ziel noch abzufangen, und über diesen 2. Platz habe ich mich natürlich tiersch gefreut.

In Norwegen reisten dann nur 16 "Weibsen" an, 2 volle Vorlaufgruppen - puh. Von der Besetzung her fuhren wir quasi 3x ein Halbfinale. Obendrein waren die gepflasterten Kurven bei dem  teilweise vorhandenen Nieselregen respekteinflößend. Während ich am Samstag um einen Punkt knapp scheiterte, langte es am Sonntag zum Finaleinzug. Nach engem Fight sprang ein guter 4. Platz dabei heraus, so dass ich motiviert an die Endläufe herangehen konnte.
In Klatovy war das Wetter durchwachsen, doch mit der Strecke kam ich wie man sieht ganz gut zurecht. Ein Sturz im ersten Finale  ließ nur Platz 7 zu, Tags drauf kam ich vor auf den 5. was mir in der Endabrechnung Platz 9 bescherte. Keine  "kleine Nummer", aber Top 10 konnte sich absolut sehen lassen !
 
Wenige Tage später standen wir schon in Valkenswaard auf der Wiese, das Pre-Race nutzte ich mit meinem 24"er, um mich mit der Strecke vertraut zu machen, und schließlich konnte ich in der Cruiserklasse sogar gewinnen !
Zur WM wurde es natürlich noch etwas härter, wenngleich meine Vorlaufgruppe der Cruiser-Ladies echt leicht war, und so kam ich auch recht locker über Viertel- und Halbfinale in den Endlauf. Zwischen Startgranaten war der Platz für mich dann gleich etwas eingeschränkt, vorarbeiten ging auch nicht so recht, doch Platz 7 bei ner WM war ein sehr gutes Ergebnis !

Auch in der Elite 20-Zoll war ich gut mit dabei und fuhr mich bis ins Semi vor. Hier war ich kurz mal auf Platz 3 oder 4, doch Kurve 2 (<--) nahm ich nach einem Strauchler zu weit außen - und das kostete Meter. Meter die Ellen Bollansee gut machte um dann in der nächsten Kurve innen anzugreifen. Schließlich fuhren während unseres Fights 2 Französinnen an uns vorbei und wir schauten beide beim Finale zu.
 
Nach den Endläufen zur Bundesliga in Betzingen stand als nationaler Saisonhöhepunkt noch die DM in Weiterstadt an. Sie wurde in 2 Wertungsrennen ausgefahren, was für Doppelstarter eine anständige Belastung
mit sich brachte, aber einfach fairer war.
Die Cruiserklasse konnte ich erneut mit einem Sieg absolvieren, und das gleiche Resultat erreichte ich auch in der weibl. Elite mit dem 20-Zoll Bike. 

Es machte immer sehr viel Spaß, den großen Double (R.I.P.) auf Gerade 2 zu springen, auch im Rennen war es immer wieder eine Herausforderung. Und das Schönste: ich vermochte dies als einzige Frau Deutschlands regelmäßig zu tun !  
 
 
Wie schon 2004 fand auch 2005 die Weltmeisterschaft wieder in Europa statt - und war so sehr günstig gelegen. Die EM-Serie war wieder einmal sehr competitive, in Klatovy erreichte ich an beiden Tagen das Finale und verkaufte mich mit geschickt gefahrenen Kurven mit den Plätzen 6 und 5 richtig gut. Es war ein super Gefühl, einfach den richtigen Riecher zu haben und entsprechend zu fahren - besonders nach den enttäuschenden Runden in Ste. Maxime.
In Cheddar ging es ähnlich weiter, zweimal 6. im Finale. Nach einem Vorlaufsturz in Vösendorf erreichte ich dennoch das Halbfinale, doch das Rennen wurde aufgrund sehr starken Regens vor den Semis abgebrochen und auf Sonntag vertagt. Verletzungsbedingt (der nächste Tag ist ja bekanntlich der schlimmste) war ich nicht im Vollbesitz meiner körperlichen Kräfte und schaute bei beiden Finalen zu. Naja, brauchte ich mich wenigstens nicht mehr durch die etwas komisch gewordene erste Kurve quälen ...
 
In Bremen war zwischendurch noch ein Bundesligawochenende, leider total verregnete Pfingsten. Doch irgendwie ging auch das siegreich rum, und Wolfgang hatte Spaß daran, das ein oder andere Auto aus dem Campingbereich zu ziehen.

Frohen Mutes ging es an die Endläufe in Echichens/ CH, schon im Training machte die Bahn Spaß, nur von beiden großen Doubles auf der 3. Geraden ließ ich lieber die Finger in Sachen Springen. Am Freitag fanden bei strahlendem Sonnenschein die Cruiserrennen statt, und ich schaffte es wieder ins Finale, nachdem ich im Vorjahr auf den Start in dieser Klasse verzichtet hatte. Meine Gates wurden auch immer besser, und so war ich vorn dabei und bald an zweiter Stelle. Aneta Hladikova rutschte hinten innen von mir weg, erwischte zum Glück mein Rad um Haaresbreite nicht, und so versuchte ich, meinen Platz zu verteidigen. Nach der Kurvenreichen langen Strecke schoß ich schließlich überglücklich als Vizeeuropameisterin hinter Vilma Rimsaite ins Ziel, es war wieder einmal unglaublich, übers selbst gesteckte Ziel hinaus zu schießen !
Am Samstag Nachmittag regnete es dann, die Kurven wurden zusehends rutschiger, da der Dreck auf dem Asphalt nicht regelmäßig weggekehrt wurde. Nachdem in jeder Runde bei den Männern mindestens einer durch ungewollte Slides stürzte, gab es ein Pause zum Beratschlagen. Nach langwieriger Unterbrechung entschied man sich zum Rennabbruch und dass das Sonntagsrennen doppelt gepunktet wird. Das Preisgeld indes wurde nicht verdoppelt, sondern nur 1 1/2-fach ausgezahlt Wieder im Halbfinale ging es vor mir in der ersten Kurve sehr eng zu. Und mit einem Mal überschlug ich mich auch schon, da eine Konkurrentin im Weg lag. Diese Runde beendete ich mit Platz 7 im Semi, und es langte erneut für eine Top-10 Platzierung der EM-Serie !
Zum Glück war dies der letzte EM-Tag, denn am nächsten hätte ich kaum 100%-ig fahren können - nach dem Stunt fühlte ich mich als wäre ein LKW über mich gefahren.

Die WM im legendären Paris-Bercy war für die wenigen, die in den 80ern auch schon dabei waren, sicher eine Enttäuschung, da die Stimmung von damals nicht erreicht werden konnte. Die Bahn bestand nur aus Rechtskurven, wer aussen (links) stand, hatte einfach mal die A*#~+Karte.
Im Cruiser ging ich im ersten Vorlauf in Führung, doch leider überschlug ich mich auf der Zielgeraden - in Gedanken war ich wohl schon im Ziel oder so. Runde 2 und 3 klappten gut, ebenso das Viertelfinale, so dass ich also im Semi am Start stand. Doch da waren so Rookies wie Sam Cools am Start, und viele ziemlich schnell, so dass ich nicht unter die Top 4 fahren und meine 7 verteidigen konnte.
Samstag Abend in der Elite-Women lief es sehr ähnlich, und 'natürlich' stand ich im Halben außen - auf 7 glaub ich. Der Double war dort auch geringfügig länger und ohne Sprung war man in diesem Feld nicht vorn. Mit Platz 7 schied ich aus, doch ich hatte alles gegeben - es sollte wohl nicht sein.
Super gut gefahren war hier Nadine Göllner, die erreichte sowohl im Cruiser als auch 20" der Junior-Women den 5. Platz - und das trotz Sturz im Viertelfinale ! Kein Wunder, an sie wurde ja in der Zwischenzeit mein Redline Titan-Rahmen "vererbt ".

Back at home stand neben dem Bundesligafinale noch die DM auf dem Plan. Nach 10 Jahren war Betzingen wieder Ausrichter, und ich hatte echt Spaß an der Sache, da ich sehr viel springen konnte - das brachte hier und da natürlich ein wenig Vorsprung. Ich freute mich riesig über je 8 Laufsiege täglich und die damit verbundene Titelverteidigung in der Cruiserklasse und der weibl. Elite !
Nicht zu vergessen die Golden Crank, die neben mir noch Simon Schirle und Steffi Schneider erhielten
 
   
 
 
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© Kerstin Meyer (ehem. Fritscher) 2009-2018