2008
 
  

Die "Winterpause" stellte sich als sehr kurz heraus, da der Kalender im olympischen Jahr komplett anders gestaltet war als sonst üblich, um den 48 Olympioniken, zu denen ja auch sehr viele Europäer zählten, eine optimale Vorbereitung zu gewähren. So begann die EM-Serie 2008 mit ihren begleitenden Rennen schon im Dezember, doch diesen Monat genoß ich noch als Erholungsphase.

Bei den Runden in Zwolle nahm ich dann mein neues REDLINE Flight Bike bei Rabbit Wolfgang in Empfang, und dank des milden Winters konnte ich diverse Runden darauf drehen, bevor die Rennen in Fredericia/ DK anstanden. Ich hatte mich in der Klasse Women 17+ angemeldet, wir hatten an beiden Tagen Finale. Ich merkte, dass die Saisonvorbereitungen  Anfang Februar natürlich noch nicht vollständig waren und hatte teils etwas zu kämpfen. Doch zu den Main Events hatte ich das richtige Start-Timing raus und konnte mich jeweils an die Spitze setzen und so 2 Tagessiege einfahren.
Weiter in Douai musste ich wegen der nur sehr kurzen und wenigen Streckenabschnitte, auf denen man pedaln konnte, etwas tunen, und nach recht mühsamen Vorläufen lief es dann wie am Schnürchen. Viertel- und Halbfinale gelangen mit Platz 2 und 1 problemlos, und im Finale konnte ich mich in der ersten Kurve auf den 2. Platz kämpfen, den ich bis zum Ziel halten konnte.
 
Der Bundesliga-Auftakt in Plessa war nach Regen und ungewöhnlicher Dopingkontrolle noch etwas durchwachsen: ein Sturz und ein Sieg brachten mich dennoch hauchdünn an die Spitze der Wertung.

Weiter ging es in Echichens/ CH beim letzten Test vor der EM, die ja schon auf Anfang Mai gelegt worden war. In der Schweiz war es teils regnerisch, doch zu den entscheidenden Runden war es trocken, und die Strecke rollte ganz gut. In den Vorläufen fightete ich noch mit 2 Französinnen, doch im Finale machte ich meinen beiläufig rausgehauenen Satz wahr: "in den Vorläufen poker ich, und im Finale schlag ich zu". Eigentlich war es ein "dummer Spruch", doch es klappte, da auch hier die Gates von Runde zu Runde besser funktionierten. So holte ich mir erneut 2 Tagessiege vor der Konkurrenz.

Der Veteranen Cup in Weiterstadt eine Woche später war ganz lustig, das Pre-Race unerwartet schlecht besucht. Ich wurde 2. hinter der Junior-Fahrerin Elke van Hoof, da hier alles ab 17 Jahren zusammen geschmissen wurde.
 

Die EM selbst war ein großes Event, und bei Sonnenschein auch super. Sonntags bei meinen Rennen konnte ich mich mit guten Gates recht sicher ins Finale fahren. Auch hier lag ich in Führung, sprang die Doubles der 2. Geraden. Doch die Rhythm-Section auf Gerade 3 misslang mir gründlich, und so war der Schwung und auch der Vorsprung sehr schnell dahin. Das erneute Antreten kostete Kraft und Zeit, so dass Angelique van Gemert schneller aus der letzten Kurve kam und ihren Titel verteidigen konnte. Mit dem Minimalziel Finale war ich mit diesem 2. Platz sehr zufrieden.
 


Wer auf dem Podest steht, "muss" auch Autogramme geben

 

Die beiden Bundesliga-Rennen in dem sehr umstrittenen und viel diskutierten Herzogenaurach gewann ich wie auch die Rennen in Weilheim - wenngleich es in Südbayern eher lustlos war bei dem leider recht vielen Regen - besonders am Samstag. 
Auch bei den UEC-Summerraces, die denkbar schlecht besucht waren, holte ich mir in Valkenswaard auf dem 20er in der Klasse ab 17 Platz 5 (nach Rempler) und 2, eine Woche später in Haaksbergen langte es an beiden Tagen aufs Treppchen: Platz 3 und ein Sieg  in der "Cruisers Vrouwen" rundeten diese schöne Woche super ab.
 
In Betzingen dann machte das Unwetter dem Ausrichter einen Strich durch die Rechnung, denn na
ch langer Beratung wurde die Sonntags-Runde schließlich abgesagt. Der Samstag-Sieg ging nach entspannten Vorrunden an mich  Was mir wieder einmal den Gang zum Anti-Doping-Kommissär einbrachte - zum bisher 8. Mal.

Dann war es leider auch schon soweit, ich musste mich einer OP an der Schulter unterziehen, denn nach dem 4. Crash auf diese Schulter lautete die Diagnose nicht mehr "nur" geprellt. Nach dem arthroskopischen Eingriff musste ich natürlich eine Zwangspause einlegen, die etwas nervte bei dem schönen Wetter. Doch so konnte auch der Bänderriss etwas zur Ruhe kommen

Mit dem Ziel ein paar Punkte für die Gesamtwertung zu sammeln, ging es in die BL-Endrunden nach Esselbach, und ich konnte am Samstag im Finale sogar erstmal in Führung gehen. Da ich aber noch nicht wieder fit war, belegte ich "einarmig" den mehr als guten 3. Platz. Der Sonntag lief nicht so schön, ein Sturz dank Unkonzentriertheit brachte dann die Entscheidung auf weitere Starts zu verzichten, der nunmehr 14. Seriensieg war mir ja nicht mehr zu nehmen.
 
Mit dem nicht unerheblichen Trainingsrückstand ging es zur DM nach Bremen, und diesmal war nicht ich die Einzige, die das Event organisierte, wenngleich ich mein Know-How natürlich mit einbrachte.
Im Freitags-Training war etwas Chaos angesagt, die Bahn war teilweise super weich, das wurde aber letztlich behoben. Nach einer einprägsamen Eröffnungsfeier ging es am Samstag in die Cruiserrennen, und wie in den Jahren zuvor konnte ich alle 4 Läufe gewinnen und holte mir somit den 8. DM-Titel in der Cruiserklasse in Folge.
Am Sonntag konnte ich mich sehr gut fürs Finale qualifizieren, und nach gutem Start wurde es eng. Anna Mayer konnte auf der Innenbahn schließlich in Führung gehen und holte sich so den Titel vor mir. Nach diesem vermurksten Sommer war der Vize-Meister ein super Ergebnis in einem schönen Finale !
Ich schaffte es in diesem Jahr erneut, die Bundesrangliste der Elite weiblich auf Platz 1 zu beenden.
 
Danke an Dr. E. dafür, dass er eine super Arbeit geleistet und auch, dass er mir den kleinen Funken Hoffnung auf die DM-Teilnahme nicht genommen hat !  
 
 
 
 
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© Kerstin Meyer (ehem. Fritscher) 2009-2018